Warum ist Kommunikationsdesign so kompliziert?

November 5, 2018

 

 

Irgendwas mit Medien!? Was oft ironisch kommentiert wird, wenn sich ein junger Mensch für eine berufliche Zukunft in der >Kreativwirtschaft entscheidet, ist ein Hilferuf, denn es fehlt an Orientierung. Das größte Hindernis Kommunikationsdesign zu erfassen und sich zurechtzufinden, ist eine nahezu babylonische Sprachverwirrung. Es kursieren unterschiedliche Bezeichnungen für gleiche Anwendungen, genauso wie unterschiedlichen Beschreibungen für gleiche Bezeichnungen.

 

Hinzu kommen >Buzzwords und außerdem existieren zahllose Berufsbezeichnungen bzw. Titel, die der fortschreitenden Spezialisierung gerecht werden oder einfach nur der egozentrischen Profilierung dienen.

 

Kurz: Es herrscht leider ein Durcheinander, höchste Zeit aufzuräumen und das will ich hiermit tun.

Dabei ist mein Ziel nicht der Anspruch auf Vollständigkeit, es geht mir viel mehr darum, dir Navigationshilfe in einem wunderbaren, kreativen Berufsfeld mit vielfältigen Entfaltungsmöglichkeiten zu geben. 

 

Die Ursachen der Begriffsinflation.
 

  • Zersplitterung der KD-Anwendungsbereiche, das gilt auch für die Berufs- und Fachverbände (zerstückelte Interessenvertretung)
     

  • Parallel entstandene sowie ständig neue Begriffe aufgrund der rasanten Entwicklung des Berufsfeldes
     

  • Inflationäre Kreativ-Wettbewerbskategorien mit indifferenten Bezeichnungen 
     

  • Schnittmengen
     

  • Begriffliche Abgrenzung/Profilierung gleicher Leistungsangebote durch individuelle Bezeichnungen/Definitionen.
     

  • Unzureichend reflektierte Nutzung alter sowie Erfindung neuer Bezeichnungen 
     

  • Kommunikationschaos im Kommunikationsdesign oder „der Schuster trägt die schlechtesten Schuhe.“

     

Wie auch immer: am Anfang war die Zeichnung.

 

Fangen wir erst einmal ganz vorne an: Es hat sich viel getan seit vor über 30.000 Jahren der frühe Mensch erste Geschichten und Botschaften an Höhlenwände zeichnete. Seitdem korreliert die Kommunikationsdesign-Entwicklung mit dem Fortschritt der Kommunikationskanäle, das bedeutet, sie steht in einer wechselseitigen Beziehung dazu. Und diese Entwicklung entwickelte sich rasant: 

 

Rund 28.560 Jahre später druckte und gestaltete der Mensch Bücher, 1296 Jahre danach folgte die Lithografie, 42 Jahre später die Fotografie, 53 Jahre danach wurde der Film erfunden, 16 Jahre später der Offsetdruck, rund 13 Jahre später das Fernsehen, 10 Jahre danach der Siebdruck.

 

Daraufhin ging es quasi Schlag auf Schlag: Video, EDV-Satzerstellung, Digitaldruck, Desk Top Publishing (DTP), Apple Macintosh, Aldus Pagemaker, Hyper Media Browser, Adobe Photoshop, Digital Video (Mpeg), Adobe PDF, Amazon, Ebay, Flash, Google, Cloud Computing, 3D-Echtzeit, Adobe Creative Suite, Facebook, YouTube, iPhone, WhatsApp, Instagram, Snapchat, Microsoft Hololens, Occulus Rift  t. b. c.
 

 

Früher war alles viel weniger.

 

Noch vor wenigen Jahrzehnten bestand die Welt eines Kommunikationsdesigners, die damals noch Grafiker genannt wurden, ausschließlich aus Drucksachen (vom Buch über Zeitungen und Zeitschriften, Plakat, Prospekt bis hin zum Brief) sowie wenigen elektronischen Medien (Fernsehen, Kino, Radio).

Mittlerweile sind unzählige neue Kommunikationskanäle hinzugekommen, vor allem digitale (Websites, Social Media, Apps) und es kommen nahezu täglich neue hinzu.

 

Nichtsdestotrotz wird – wie vor über 30.000 Jahren – immer noch gezeichnet und es wird nach wie vor gedruckt, bis auf wenige Ausnahmen haben neue, höher entwickelte Kommunikationskanäle, die alten nicht verdrängt. >Rieplsches Gesetz 
 

 

Basics bleiben. Neues boomt.

 

Neue digitale Instrumente und Werkzeuge zur Kommunikationsgestaltung, setzen in der Regel auf traditionelles Knowhow (Typografie, Satztechnik) auf. Das bedeutet, traditionelle Fähigkeiten und Fertigkeiten sind nach wie vor relevant. >Lecture 4 

 

Andererseits bieten heute digitale Gestaltungsprogramme vor allem Bildbarbeitungsprogramme völlig neue Gestaltungsmöglichkeiten, die im Prinzip alles was (aus-) gedacht werden kann, auch visualisieren können.

Da die menschliche Kreativität grenzenlos ist, ist das eine ganze Menge. Spätestens hier sollte jedem klar werden, dass man heute, im Gegensatz zur guten, noch nicht allzu alten Grafikdesign Zeit, nicht mehr alles können kann. –

 

 

Ab hier geht's los mit der Verwirrung!

 

Wie gesagt, grundsätzlich gilt: das Spielfeld wird immer größer. Neues kommt hinzu, Altes bleibt, wenn auch anders. Selbst Berufe, die scheinbar ausgestorben sind, wie  z. B. Schriftsetzer oder Druckvorlagenhersteller, existieren noch bzw. sind im Ausbildungsberuf >Mediengestalter Digital und Print auferstanden, bei dem es vor allem um die technisch korrekte Übersetzung von Entwürfen in eine reproduzierbare Vorlage oder (neu) in funktionierende digitale Produkte (z.B. Website, App) geht.

 

Allerdings ist heute jeder der Desk Top Publishing (DTP) beherrscht, Templates kennt oder Programmierkenntnisse besitzt, dazu in der Lage, reproduzierbare Vorlagen oder digitale Produkte zu erstellen. Auch Kommunikationsdesigner/innen mit einem Studienabschluss übernehmen diesen Job. Anderseits lernt der Mediengestalter-Azubi heute auch über die technologische Ebene hinaus die sog. „Fachrichtung Beratung und Planung“ sowie „Konzeption und Visualisierung“ – dennoch gibt es einen großen Unterschied, siehe >Lecture 3.

 

Ab hier bekommst du Orientierung...

Umsetzen ist Handwerk. Kreieren ist Probleme lösen.
Letzteres erfordert mehr Hirnschmalz und ist mehr wert.

 Am Anfang ist der Auftrag oder gut zu wissen, wer, was, warum von dir erwartet.

Jeder Kommunikationskanal hat seine Eigenarten, Besonderheiten und Ansprüche,
die solltest du kennenlernen

Die Natur ist noch vielfältiger als Kommunikationsdesign, aber da haben sich Biologen schon vor langer Zeit bemüht System und Ordnung 'reinzubringen, denn Orientierung braucht Ordnung.
So oder so ähnlich könnte so etwas für Kommunikationsdesign aussehen.

Hier nur drei Beispiele von vielen. Nahezu jede KD-Art hat auch verwandte Arten, das sind Spezialisierungen oder redundante Bezeichnungen = überflüssig, weil doppelt gemoppelt. 

Letztere erschweren die Orientierung, deshalb gilt: immer hinterfragen, was hinter welcher Bezeichnung wirklich steckt
.

 

 

Erfolgreicher Berufseinstieg erfolgt nicht über Quantität​, sondern über Qualität.

Ein Studium – vor allem ein Kommunikationsdesign Studium – bietet dir viele Optionen, im Prinzip
kannst du alles studieren, was im Lehrplan steht und darüber hinaus, das heißt, du kannst jedes Projekt und jede Lehrveranstaltung besuchen, auf die du Lust hast.


Das ist bestimmt interessant. 'Course-Surfing' macht Spaß und vor allem du musst dich nicht festlegen, du hältst dir alle Optionen offen. Das geht aber leider auf Dauer nicht gut, denn die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass 'alles' nicht gut geworden ist, weil du von 'allem' nur ein bisschen kennst und kannst. 

 

Konkret bedeutet das: letztendlich hast du zwar viel gemacht, aber von allem nur ein bisschen in deiner Bewerbungsmappe.

 

Mach' ein >Konzept in eigener Sache.

 

Anstatt dich naiv auf alles einzulassen und/oder darauf zu warten, dass dir jemand sagt, wo es für dich hingehen soll, solltest du dir lieber früh, als zu spät selbst ein paar Gedanken machen und etwas Ordnung in deine Studien- und damit in deine Zukunftsplanung bringen. 

Mach' doch einfach mal ein >Konzept in eigener Kommunikationsdesign-Sache.
Wie man das macht? Stelle Fragen und suche Antworten...

 

  • Was macht mir Spaß?

  • Was kann ich besonders gut?

  • Was will ich können und warum?

  • Welche Optionen bietet mir der Arbeitsmarkt 'Kommunikationsdesign'? 

  • Welche Arbeiten gefallen mir besonders gut und warum?

  • Aus welchen Anwendungsbereichen kommen diese Arbeiten?

  • Wer steckt dahinter?

  • Will ich nach dem Studium dort bzw. so mal so arbeiten und wenn nein, warum nicht?

  • Kann ich mit meinen Fähigkeiten dort arbeiten und wenn nein, was fehlt mir? Was muss ich noch wissen, können, lernen?
     

Informiere dich, lese Fachzeitschriften (z. B. die >PAGE, gibt's kostenlos in der Bibliothek) oder Blogs (z. B. >Design made in Germany, >Designtagebuch, >Slanted oder >Design Week>eyemagazin  oder >digitalarts, >Awwwards.com, gibt's kostenlos im Internet). Vernetzte dich, 'like' die Social Media Seiten guter KD Agenturen, Studios, Büros.

Suche nach Arbeiten, Projekten, die dir gefallen. Besuche Fachmessen, Ausstellungen und andere Branchenveranstaltungen. Kontaktiere Profis direkt, nutze zum Beispiel den Anknüpfungspunkt und kontaktiere designkrefeld Alumni. Frage nach ihren Erfahrungen, Fehlern und Ratschlägen.

 

Übrigens, wichtig!

Pläne sind nicht in Stein gemeisselt. Ganz im Gegenteil, wenn sich die Parameter ändern, wäre es blöd, sie nicht zu ändern. Aber auch ein Plan, der geändert wird, gibt dir weiterhin Orientierung.

 

Dumm ist es dagegen planlos durch unbekanntes Terrain zu irren, denn die Wahrscheinlichkeit zu verhungern oder abzustürzen ist leider größer, als Rettung oder Zuflucht zu finden.

 

Wenn du dir deinen Plan, deine Konzeption in eigener Sache nicht zutraust oder Unterstützung benötigst, dann belege mein Kursangebot 'Portfolio'. Dort geht es nicht nur darum (d)eine Mappe zusammenzustellen, sondern es geht vor allem um Antworten auf die oben gestellten Fragen es geht um dein Konzept, um einen Zukunfts- und Karriereplan in eigener Sache. –

 

 

Selbstständig oder angestellt?


Der Unterschied beginnt bereits beim Berufseinstieg, das heißt, er beginnt bereits bei der Konzeption deines Bewerbungs- oder Auftrag-Portfolios (das ist ein großer Unterschied), deshalb solltest du dir bereits im Laufe des Grundstudiums (spätestens bis zum 5. Semester) einige Gedanken darüber machen wie du später am liebsten einmal arbeiten möchtest. 


Stehst du mehr auf Sicherheit und geregelte Arbeitszeiten, dann bietet es sich an fest angestellt einen Job in einem kleinen Büro, einem mittelgroßen Studio oder einer internationalen Agentur anzustreben, in einem Verlag oder in der Marketingabteilung bzw. Inhouse-Agentur eines Unternehmens. 

 

Hast du Lust unabhängig zu sein, dein eigener Chef zu werden? Bist du in der Lage eigene Kunden selbständig zu akquirieren und von deiner Arbeit zu überzeugen? Dann solltest du selbstständig, als Freiberufler, arbeiten oder gemeinsam mit Partnern in einer Arbeitsgemeinschaft. Oder du gründest deine eigene Firma.
 

 

Und vergiss nicht, niemand kann und muss alles können.

 

Viel hilft nicht viel, aber viele versuchen es dennoch, mit dem paradoxen Resultat, dass du für viel mehr Arbeit viel weniger verdienst. Warum?

Ein Beispiel...


Ist dir schon einmal aufgefallen, dass gute, teure Restaurants nur sehr wenig Gerichte auf der Speisekarte anbieten. Je länger die Liste der Speisen auf der Karte, desto billiger (und schlechter) wird in der Regel das Essen bzw. Restaurant. 


Die Intention hinter einem großen Angebot ist nachvollziehbar: „Je mehr ich anbiete, desto größer die Chance, dass jemandem etwas schmeckt und es dann auch bestellt.“ 

 

Das mag stimmen, rechnet sich aber nicht. Denn je mehr Komponenten du anbietest, desto mehr Zeit (und Zeit ist im Beruf Geld) benötigst du für die Zubereitung der Lebensmittel und für Koordination der einzelnen Gerichte. Hinzu kommen ein erhöhter Logistikaufwand für Einkauf, Transport, Lagerung etc.

 

Es ist einfach unmöglich zu viele unterschiedliche Aufgaben in begrenzter Zeit gut abzuarbeiten. Das gilt für alles im Leben, fürs Kochen genauso wie für Kommunikationsdesign.

 

Wer es trotzdem versucht, ist zwar fleißig, aber in allem nicht gut. Wer nicht gut ist, ist sein Honorar/Gehalt nicht wert und wird auf Dauer nicht (mehr) gebucht, nicht ein- oder freigestellt. –
 

 

Noch etwas: vernetzte dich.

 

Selbstverständlich kommt es vor das ein/e Auftraggeber/in nur ein Buch, einen Film, ein Foto, eine Geschäftsausstattung, eine Website etc. benötigt, aber in der Regel wird in einem Unternehmen, einer Organisation oder einer Institution eine ganze Reihe von Kommunikationsdesign-Anwendungen benötigt.

 

Das bedeutet, Projekte wachsen, werden größer, komplexer. Du kannst, wie eben beschrieben, versuchen alles alleine auf die Reihe zu bekommen,  aber wie gesagt, das ist keine gute Idee, denn wer alles kann, kann alles nicht richtig (gut)

 

Deshalb vernetzte dich lieber, je früher, desto besser. Suche dir Kommiliton/inn/en, die andere KD Anwendungen/Kompetenzen bevorzugen, dann kannst du mit ihnen gemeinsam größere Projekte bearbeiten, bereits während des Studiums, vor allem aber auch danach wird ein gutes Netzwerk sehr nützlich sein. 

 

 

Unendliche Weiten.

 

Entstanden aus der bildenden Kunst, stehen heute alle Kommunikationsdesign-Arten bzw. die Anwendungsbereiche in einer wechselseitigen Beziehung zueinander. Weil niemand mehr alles können kann ist Spezialisierung und Kooperation das Gebot der Stunde. 


Spezialisierung bedeutet übrigens nicht, dass du dich im Bachelor-Studium (BA) auf einen einzigen Anwendungsbereich festlegen musst. Dafür ist das Master-Studium (MA) vorgesehen. 

Das bedeutet: Genauso wenig wie es sinnvoll ist alles 'abstudieren' zu wollen, macht es wenig Sinn ein
 Projektangebot 'durchzustudieren'. 

 

Mache dir ein paar Gedanken darüber, was für dich, mit Blick auf deine Ziele, gut zusammenpasst.

Fotografie ergänzt z. B. Editorial Design sehr gut; Illustration und Motiondesign gehören zusammen. Werbung und Interaction Design ergänzen sich perfekt.

Es gibt noch viele andere Möglichkeiten sinnvoll zu kombinieren, besprich das, was für dich, für deine Ziele, zusammenpasst mit deinen Professor/inn/en.

 

Es geht im Projekt-Studienverlauf darum, deinen Anwendungsschwerpunkt herauszuarbeiten, der über dein Praxissemester konsequenterweise in deiner BA-Arbeit mündet. 

Deine Abschlussarbeit sollte den Eintritt in dein (idealerweise Wunsch-) Berufsleben und damit in deine Zukunftsicherstellen. 

 

Wenn du ein/e gute/r Kommunikationsdesigner/in sein möchtest, solltest du auch in der Lage sein, dein Leben eigenständig gestalten zu können und es nicht vom Zufall oder von anderen gestalten zu lassen.–

 

Wie dem auch sei, die Möglichkeiten dein (Berufs-) Leben in der Kommunikationsdesign-Branche zu gestalten werden immer mehr. Die Kommunikationsdesign Spielfelder sind nicht nur zahlreich, sie sind auch groß und werden immer größer. Einige mehr, andere weniger. 

Groß sind auch die Schnittmengen, das bedeutet, du musst keine Angst haben in einer Sackgasse zu landen, gefällt dir die Spielart nicht (mehr), kannst du deinen Plan ändern und wechseln.

 

Folgende Spielfelder stehen dir (in designkrefeld) zur Verfügung ...

 

 

Corporate Identity/Corporate Design. Kurz: Corporate I/D 

 

Corporate Design ist heute viel mehr als nur ein Logo und Geschäftspapiere. Es ist ein multimediales System aus Gestaltungselementen und dient der Strukturierung, Orientierung sowie der Wiedererkennung und Profilierung von Unternehmen, Organisationen und Institutionen. 

 

Corporate Identity beschäftigt sich mit der Frage nach der Relevanz/Bedeutung eines/r Unternehmens einer Organisation oder Institution. 

 

Für alle, die im Bio Unterricht aufgepasst haben: Corporate Identity ist sozusagen der >Genotyp 
und Corporate Design der > Phänotyp.

Außerdem: Corporate I/D ist eng mit dem Begriff >
Marke verknüpft und wird deshalb immer häufiger Brand I/D genannt.

 

Exkurs. 

 

Übrigens, Werbe- und Corporate-Agenturen streiten sich gerne darüber, wer die Hoheit über das Kommunikationsdesign einer >Marke – im Prinzip ein Synonym für Corporate I/D – hat.

 

Beide bieten im Grunde genommen die gleiche Dienstleistung an, es geht dabei mehr um verschiedene Herangehensweise oder besser unterschiedliche Denkweise. 

 

Während Corporate Designer traditionell von innen nach aussen denken, das heißt, aus einer Organisation heraus das CI/CD entwickeln. Genauer: Vom Chef über den Mitarbeiter zum Kunden,

denken Werbespezialisten traditionell zuerst an den Kunden, den Menschen, also mehr von außen nach innen. Kunde > Mitarbeiter/in > Chef.  

 

Dass der Köder vor allem dem Fisch schmecken sollte, haben moderne Corporate Design Agenturen mittlerweile verstanden und nennen sich deshalb Branding-Agenturen. Auf der anderen Seite gründen auch Werbeagenturen Spezialagenturen für Branding. Klingt verwirrend? Ist es leider auch.

 

Exkurs Ende.
 


Es folgt eine Auswahl an Corporate Design bzw. Branding Agenturen. Die Zeilen sind verlinkt, schau' dir in Ruhe vor allem die Projekte und Arbeiten an (das gilt auch für die anderen Anwendungsbereiche). 

 

Was du heute interessant findest, wirst dich später auch interessieren. Es gibt selbstverständlich noch sehr viel mehr Büros, Studios, Agenturen, mach' dich schlau, aber orientiere dich immer an den Besten, das macht dich auf Dauer besser.

 

>Metadesign Berlin, Düsseldorf

 

>Pentagram New York, London 

 

>Landor Hamburg, worldwide

 

>Peter Schmidt Group Hamburg, Frankfurt, Düsseldorf

 

>Strichpunkt Stuttgart, Berlin

 

>Mutabor Design Hamburg

 

>loved Hamburg, München

 

>edenspiekermann Berlin, Amsterdam. Los Angeles, San Francisco, Singapore

 

>Jung von Matt, brand identity Hamburg

 

 

Interaction Design

 

Unmittelbare Interaktion ist das Besondere an der Gestaltung digitaler Bedienoberfläche bzw. der
Mensch-Maschine-Schnittstellen (z. B. Web- und Microsites, Apps, Games, Display Ads...). 

 

Dabei geht es vor allem darum herauszufinden, wie der Mensch (hier 'Nutzer' bzw. 'User' genannt), 'intuitiv', das heißt, ohne lange überlegen zu müssen oder mithilfe einer Gebrauchsanleitung, Technologie nutzen kann.

 

Das Ganze nennt man auch 'User Experience Design' oder kurz 'UX Design'. Dabei handelt es sich um die Konzeption, Entwicklung und Gestaltung der Interaktion, mit anderen Worten, der Kommunikation zwischen Mensch und Maschine. 

 

>Stink Studios Paris, London, Shanghai

 

>R/GA Berlin, weltweit

 

>razorfish Berlin, weltweit

 

>LA RED Hamburg

 

>Demodern Köln 

 

>Denkwerk Köln


>Scholz & Volker Wiesbaden, Berlin

 

>oddity Stuttgart, Berlin

 

>spaceinteractive Krefeld

 

 

Editorial Design

 

Editorial Design war mal auf deutsch 'Titel- und  Zeitschriftengestaltung' oder auch 'Buchgestaltung'. Editorial = engl. 'edit', deutsch 'redigieren' = einen Text für die Öffentlichkeit gestalten bzw. durch die Auswahl und Festlegung von Inhalt und Form, die Beiträge gestalten.

 

Das bedeutet, Editorial Designer konzipieren und gestalten Bücher, Zeitungen, Zeitschriften, Magazine aller Art bis hin zu E-Book und E-Paper.


Es gibt große populäre überregionale Titel, wie z. B. >Der Spiegel oder >Stern oder als Zeitung die >Bild, regionale Ausgaben oder zahllose sog. Special Interest  vom Kunstmagazin >Monopol bis über sog. Lifestyle Titel >Landlust und Musikmagazinen >SPEX hin zur zahlreichen Fachzeitschriften z. B. für Jäger >Wild und Hund.  Es gibt Kunden und/oder Mitarbeiterzeitschrift wie z.B. Christopherus- Das Porsche-Magazin oder das >REWE Frisch und gut oder Mitgliederzeitschriften wie z. B.  das >Greenpeace Magazin oder die >ADAC Motorwelt.

Darüber hinaus gibt es zahlreiche Kulturzeitschriften, Stadtzeitungen und -magazine.

 

Editorial Designer steigen in Verlagen entweder als Praktikanten oder nach dem Studium als Grafiker oder Layouter ein.

 

Diese unterstützen eine/n Artdirektor/in (siehe ganz unten), der oder die gemeinsam mit einem Chefredakteur für das regelmäßige Erscheinen und vor allem eine attraktive Gestaltung von Wort und Bild verantwortlich ist.

 

Besonderes Augenmerk wird dabei auf die Titelgestaltung gelegt, denn die entscheidet am Kiosk über Kauf oder Nichtkauf. Die Auflage ist wichtig für zusätzliche Einnahmen durch Werbeanzeigen im Heft, denn nur vom Verkaufspreis allein kann kein Verlag leben.

 

So gesehen sind Werbung und Editorial Design eng oder besser gesagt symbiotisch verbunden, wenn es auch eine paradoxe Hassliebe ist, denn Journalisten müssen/wollen unabhängig sein.

 

Editorial Design hat nicht direkt etwas mit Internetaktivitäten, zu tun, auch wenn Print-Titel eine Online Präsenz haben. In der Regel übernehmen diese Ausgaben Online Redaktionen und Interaction Designer, weil diese sich auf diesem Gebiet besser auskennen z. B. Spiegel Online

 

Du kannst  nicht nur angestellt in Verlagen arbeiten, sondern auch freiberuflich oder angestellt  in Editorial Design Büros bzw. Studios, die Projektaufträge z. B. für Neuentwicklungen von Zeitungen oder Zeitschriften von Verlagen bekommen oder direkt von Unternehmen, Organisationen und Unternehmen.


Selbstverständlich müssen auch noch Bücher und Buchtitel und Schutzumschläge gestaltet werden, dafür sind Buchverlage und/oder Autoren die Auftraggeber.

 

Verlage z. B.:

 

>Gruner+Jahr Hamburg
 

>Axel Springer Verlag Berlin

 

>Burda München

 

>Dummy Verlag Berlin

 

Agenturen/Büros/Studios z.B.

 

>Bureau Mirko Borsche München

 

>BüroX Wien

 

>Neubau Editorial Design Hamburg

 

>Studio F Berlin

 

>zmyk Hamburg

 

Content Marketing z. B.:

 

>Territory Hamburg, Gütersloh, Leverkusen. Köln

 

>Fischer Appelt Berlin, Hamburg, Köln, Frankfurt, München, Nürnberg, Stuttgart

 

>C3 Berlin, Hamburg, Frankfurt, München, Stuttgart

 

 

Fotografie

 

Die Wirkung, der Einfluss und die Macht eines guten Bildes kann sehr groß sein und das wird gerne und immer mehr genutzt, in unterschiedlichen Bereichen  z. B. Pressefotografie, Werbefotografie, Modefotografie. Spezialisierungen sind z. B. Automobil, Still Life, Landscape, People, Portrait.

Fotografieren kann jeder. Bilder professionell fotografisch gestalten nicht.

 

Fotografen arbeiten i.d. R. freiberuflich und lassen sich oft von sog. Repräsentanten unterstützen. Ein Repräsentant ist ein Interessenvertreter, in diesem Fall eine Art Makler, der oder die gegen Provision Aufträge akquirieren.

Hier findest du eine Liste mit >deutschen Repräsentanten für professionelle Fotografie.
Sprich' einfach mal einen an, sie können dir auch beim Berufseinstieg helfen. 

 

Es gibt außerdem eine Nachwuchsinitiative einiger Agenturen, auch dort erhälst du professionelle Unterstützung für den Berufseinstieg als Fotograf/in: >WTSPRNG 

 

 

>Peter Lindbergh, Paris (hat in designkrefeld studiert)

 

>Nadav Kandar London

 

>Christian Aslund Stockholm

 

>Terry Richardson London

 

>Jürgen Teller London

 

>David Lachapelle New York

 

>Mareen Fischinger Köln

 

>Anatol Kotte Hamburg

 

>Uwe Duettmann Hamburg

 

>Wolfgang Zack Düsseldorf


>Kai Uwe Gundlach Hamburg

 

>Esther Hase Hamburg

 

 

Illustration

 


Illustrationen sind analoge und/oder digitale zeichnerische Veranschaulichung und Gestaltung für unterschiedliche Zwecke z. B. Buch- bzw. Literaturillustrationen, wissenschaftliche Illustrationen, gewerbliche Illustrationen, redaktionelle Illustrationen.

Illustration ist die am künstlerisch stärksten geprägte KD-Art, dementsprechend vielfältig sind die Formen und Stile.

 

Illustratoren arbeiten nahezu ausschließlich freischaffend in der Regel im Auftrag von Artdirektor/inn/en aus Verlagen, Studios, Büros oder Agenturen aller Art.

 

Wer nicht selber Kunden bzw. Aufträge akquirieren oder lieber diese Zeit nutzt um das zu machen was er oder sie besser kann, nämlich zu illustrieren, kann sich – wie Fotografen auch –repräsentieren, aber auch beraten lassen z. B. durch >Die Illustratoren >Agent Azur >Egger Grey
u. v. a. m.

 

Nützliche Infos für Illustratoren findest du auf diesem Portal  >freistil online

 


>Christoph Niemann Berlin, New York


>Brosmind Barcelona


>Jungho Lee Seoul


>Phil Weeler Algeciras


>Monika Fauler Wien

 

>Rebecca Hendin London

 

>Lennart Gäbel Hamburg

 

>Claudia Klein München

 

 

Motion Design


 Motion Design, veraltet auch Motion Graphics genannt, ist im Prinzip Animation, also das Erstellen von Bewegtbild durch Einzelbilder. Allerdings hat das mit der alten Trickfilmtechnik nur noch wenig zu tun, denn die Digitalisierung hat die Möglichkeiten zu gestalten explodieren lassen. 

 

Nichtsdestotrotz handelt es sich, wie beim guten alten Trickfilm auch, um die audiovisuelle Gestaltung von Zeichnungen/Illustrationen, aber darüber hinaus auch von klassischem Bewegbild = Film, Fotografie und Typografie. 

 

Motion Design kommt in der Filmbranche (z. B. Vorspann von Filmen, aber auch Special Effects), in der Gaming Industrie, bei analogen und digitalen Sendern (z. B. Sendetrailer) und auch in der Werbung zum Einsatz.. 

 

>Blur Los Angeles

 

>Brand New School New York, Los Angeles

 

>The Mill London, New York, Los Angeles, Chicago

 

>Medialuna Buenos Aires

 

>M.A.R.K.13 Stuttgart

 

>Deli Creative Collective Hamburg

 
 

Communication Arts


Communication Arts ist Kommunikationsdesign, das sich in den Schnittmengen von traditionellem Grafikdesign, neuen digitalen Gestaltungsmöglichkeiten und bildender Kunst bewegt. 

 

Communication Arts sprengen sowohl Branchen Konventionen als auch die Grenzen der Anwendungsbereiche.

 

Die Akteure sind oft freischaffend oder in kleinen Büros und Studios aktiv, sie wechseln zwischen Auftragsarbeiten und freien Projekten, die sich gegenseitig befruchten. 

 

>Sagmeister & Walsh New York

 

> JI MI-N San Francisco

 

>Universal Everything Sheffield 

 

>Studio Feixen Luzern

 

>Velvet Spectrum Los Angeles

 

>Kelli Anderson New York

 

>Hey Studios Barcelona

 

>Zeitguised Berlin

 

>HORT Berlin

 

>Deutsche & Japaner Mannheim

 

 

Werbung

 

Werbung ist schon lange nicht mehr das, wofür es mal als Reklame erfunden wurde: für Absatzsteigerung bzw. Verkauf zu sorgen, denn ohne 'Moos' ist bekanntlich nichts los.


Wirtschaftliche Interessen stehen nach wie vor im Vordergrund eines Auftraggebers, allerdings sind diese Interessen nicht mehr nur auf den Abverkauf fokussiert.

Es geht um viel mehr als nur darum Produkte oder Dienstleistungen zu verkaufen, es geht um Wahrnehmung an und für sich, um Relevanz, um Personal, um Interessen, es geht vor allem auch um >Marke. (siehe auch Corporate I/D)

 

In eine Werbeagentur steigst du als Art Assistent oder Junior Artdirektor ein. 

 

>Heimat Berlin, Hamburg

 

>Jung von Matt Hamburg, Berlin, Stuttgart, Zürich, Wien, Peking

 

>BBDO Düsseldorf, worldwide

 

>DDB Düsseldorf, worldwide

 

>serviceplan München, Hamburg

 

>Kolle Rebbe Hamburg

 

>Grabarz & Partner Hamburg

 

>Thjnk Düsseldorf, Hamburg, München


>Wieden + Kennedy Portland, New York, Amsterdam, London, Sao Paulo, Delhi, Peking, Tokyo 

 

>180la Los Angeles

 

>DROGA 5 London, New York

 


Was ist ein Art Director? 

 

Größere Projekte müssen koordiniert und geleitet werden, dafür gibt es 'Projektmanager', die vor allem auf den Zeitplan achten bzw. Termine koordinieren und das Budget bzw. die Kosten im Griff halten.

 

Und es gibt 'Art Directors', eingedeutscht Artdirektoren oder kürzer AD genannt.

Das heißt, sie leiten alle angewandt künstlerischen Aktivitäten (= KD-Arten), die rund um ein Kommunikationsdesign Projekt zum Einsatz kommen. Ein Art Director ist genau das, was die deutsche Übersetzung sagt: ein 'Künstlerischer Leiter'.


Ein Beispiel zum bessern Verständnis: Du hast bestimmt schon mal einen Rolltitel bzw. einen Filmabspann gesehen und gelesen. Da laufen eine Menge Namen durchs Bild.

 

Angefangen bei den Schauspielern, Kameraleuten, Setbauer, Licht, Casting, Schnitt, Postproduktion und, und, und ... bis hin zum/r Regisseur/in und der oder die ist nichts anderes als ein 'Künstlerischer Leiter'.

 

Das heißt, er oder sie hatte die Idee für den Film, der von ihm oder ihr in einem sog. Plot = Handlung = eine Art 'Konzept' konkretisiert wurde.

Ein/e Regisseur entwickelt die Szenen, skizziert sie (= Entwurf/Layout) und legt den Ablauf fest, er sucht ausserdem die Spezialisten aus, die seiner/ihrer Meinung nach für den Film am Besten geeignet sind: Schauspieler, Kameraleute, Kulisse, Licht, Schnitt etc. und achtet darauf, dass alle gemeinsam im Sinne der Intention = Idee/Botschaft des Films arbeiten.


Nichts anderes macht ein/e Artdirektorin, wenn auch in kürzeren und meist weniger umfangreichen Projekten.

 

Er oder sie entwickelt eine Idee, konkretisiert diese in einem Konzept, gestaltet einen Entwurf als Arbeitsgrundlage und sucht spezialisierte Kommunikationsdesigner, die er oder sie für die Realisierung braucht (z. B. Fotografen, Regisseure, Motion Designer, Postproduktionen) und achtet darauf, dass unter Berücksichtigung des Ziels des Projekts bzw. der Intention, der Idee gemeinsam gearbeitet/kooperiert wird. Je größer das Projekt, desto mehr Spezial-Kompetenzen sind involviert. 

 

Artdirektoren arbeiten eng mit Textern (Spezialisten für Textgestaltung) und zunehmend auch mit digitalen Technologieexperten (Spezialisten für neue kreative Möglichkeiten) in der Entwicklungs- bzw. Konzeptionsphase eines Projekts zusammen.

 

Unterstützt werden Artdirektoren von Art Assistenten oder Junior Artdirektoren, die für die Entwürfe der Ideen und Konzepte, auch Layouts genannt, verantwortlich sind. Layouts sind Diskussionsgrundlagen für die Umsetzung und die Finanzierung eines Projekts.

 

Haben Art Assistenten oder Junior Artdirektoren genügend (praktische) Erfahrung gesammelt und sich in ersten, eigenverantwortlichen, meist kleineren Projekten, bewährt, werden sie zum/r Artdirektor/in befördert.

 

Zum Schluß das Karriereende.

 

Ein/e Art Direktor/in hat eine/n Vorgesetzte/n, der oder die nennt sich 'Creative Director' oder 'Kreativdirektor/in'.

 

Das ist eine Art Abteilungsleiter/in, mit einem größeren Verantwortungsbereich als ein AD, danach kommen noch Geschäftsführer/innen und dann noch Vorstände, Partner bzw. Gesellschafter, aber das ist für dich jetzt noch nicht so wichtig, diese Zusammenhänge lernst du später früh genug.–

 

Vielen Dank für deine Aufmerksamkeit ... das war heute eine ganze Menge.

 

© Prof. Richard Jung

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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