Aus Selbstlesen wird Zuhören und Anschauen.


Das, was ich zum Thema „Kommunikationsdesign – bzw. die Produktion von Medieninhalten – verstehen und begreifen" schreiben wollte, habe ich in den vergangenen Jahren hier in diesem Blog geschrieben. Genauer: Du findest alles Wesentliche, was Du wissen solltest, um dich im weiten Feld „Kommunikationsdesign" zurechtzufinden und dein Studium, aber auch deine berufliche Karriere zu planen. Die Vorlesungen zu lesen lohnt sich also nach wie vor.

Allerdings hat mich beim Schreiben nie das Gefühl verlassen, dass der Service „Wissen über Kommunikationsdesign" mithilfe des Mediums Schrift bzw. Text zu vermitteln nicht ausreicht, um Know-how über die wunderbar vielfältige Welt des Kommunikationsdesigns zu lehren. Deshalb der nächste konsequente Schritt vom Blog zum Vlog, denn das Medium Video erlaubt es, alle Gestaltungsmöglichkeiten = Fertig- und Fähigkeiten = kreative Gewerke, die heute einer Kommunikationsdesignerin oder einem Kommunikationsdesigner zur Verfügung stehen einzusetzen (= Text, Grafik, Bild, Bewegtbild, Animation, CGI, Ton etc.).

Angefangen und „trainiert“ – ich musste mich erst einmal mit Aufnahme- und Filmtechnik, sowie dem Schnittprogramm Premiere Pro vertraut machen habe ich vor drei Jahren mit dem Vlog „Designberufe rufen!".

Die Idee: Ehemalige designkrefelderInnen berichten über ihren Beruf- und den Berufseinstieg , um dir die vielfältigen Möglichkeiten kreativ zu arbeiten näherzubringen und deinen Berufseinstieg zu erleichtern. Diesen Vlog werde ich – immer wenn sich die Gelegenheit ergibt – fortsetzen.

Das neue Vlog-Projekt „Irgendwas mit Medien" hat seinen Ursprung im vergangenen Jahr während eines Forschungssemesters. Ein Forschungssemester kann jede/r ProfessorInn beantragen, wenn er/sie sich besonders intensiv einer Forschungsfrage widmen möchte.

Man schreibt ein Forschungskonzept und nachdem das Vorhaben von der Hochschulleitung genehmigt wurde, wird man im darauffolgenden Semester von der Lehre „befreit“, denn jeder Prof ist verpflichtet, neben seiner Forschungsarbeit regelmäßig zu lehren.

Was viele oft nicht wissen: Forschung ist die Hauptaufgabe einer Professorin oder eines Professors und nicht die Lehre, denn wenn ein Prof nicht forschen würde, hätte sie oder er auch nichts zu lehren, aber das nur am Rande.

Das Thema, an dem ich mich seit vielen Jahren gerne abarbeite – schließlich bin ich Professor für Kommunikationsdesign – ist die Frage: Wie gelingt es die enorm vielfältige, leider aber chaotische, weil zu schnell und wild gewachsene Medien- und Kommunikationsbranche (Schwerpunkt: Kommunikationsgestaltung) zu ordnen und als Ganzes begreifbarer zu machen?

Das Problem am Begriff „Kommunikationsdesign“ ist, dass er zwar genau das beschreibt, was im Medien- und Kommunikationszeitalter hochrelevant ist: Kommunikationsgestaltung bzw. die Produktion von Medieninhalten.

Allerdings scheint der Begriff „Kommunikationsdesign" nur an Hochschulen zu existieren, in der Praxis wird, wenn überhaupt, nur von „Design" gesprochen. Ein Begriff, der sehr abstrakt bzw. breit interpretierbar ist, noch dazu sehr viele kreative Leistungen umfasst, die weit über die Kommunikationsgestaltung bzw. die Produktion von Medieninhalten hinausgehen.

Es gab demnach viel zu analysieren, zu interpretieren, zu differenzieren, zu strukturieren und zu definieren und das habe ich im Sommersemester 2019 gemacht.

Das Ergebnis dieser Forschungsarbeit war ein knapp 200-seitiger Forschungsbericht, den ich ursprünglich als Buch veröffentlichen wollte. Allerdings habe ich schnell festgestellt, dass der Inhalt zwar interessant, aber viel zu akademisch abstrakt formuliert ist und deshalb absolut kein Lesevergnügen bereitet.

Vor allem ist mir klar geworden – und das war der Auslöser zukünftig Vlogs zu produzieren bzw. via Bewegtbild zu publizieren – das statischer Text plus ebenso statischen Bildern und Grafiken nicht mehr ausreicht, um das darzustellen und zu beschreiben, was Kommunikationsdesign heute ist und in Zukunft noch viel mehr sein wird: audiovisuell und bewegt.

Das bedeutet nicht, dass das geschriebene Wort illustriert mit Bilder bzw. statisches Grafikdesign grundsätzlich keine Rolle mehr spielen, allerdings spielen sie keine Hauptrolle mehr, wie noch vor einigen Jahren. Allerdings gilt im Kommunikationsdesign, wie bei jedem guten Casting auch: Man muss wissen, wen man warum für welche Rolle/Aufgabe besetzt. –

Meinen Vlog „Irgendwas mit Medien", auf den ich sukzessive in kleinen, leichten und unterhaltsamen Lektionen Ergebnisse aus meinen Forschungsbericht publiziere, findest du, auch auf meiner Webseite, allerdings in einem anderen Menüfeld oder wenn du hier klickst: IRGENDWAS MIT MEDIEN

Den Vlog „Designberufe rufen!" findest du hier: DESIGNBERUFE RUFEN!


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