Worauf baut Kommunikationsdesign auf?

September 22, 2017

 

Es gibt viele verschiedene Kommunikationsdesign-Anwendungsbereiche und verbunden damit Kommunikationsdesign-Berufe mit speziellen Kenntnissen, aber es gibt auch für alle KD-Berufe eine gemeinsame Grundlage an Wissen, Fertigkeiten und Fähigkeiten, das Fundament von allem.

 

Weil ohne ein solides Fundament das schönste Gebäude wackelt und bei Belastung einstürzt, solltest du dir die 'Basics' drauf haben, deshalb diese kurze Hilfestellung...

 

Zeichnen. 

 

Die Mutter des Kommunikationsdesigns sollte man können. Alle die Illustratoren werden wollen sehr gut, alle anderen sollten in der Lage sein, grob erste Vorstellungen oder Ideen als Vorentwurf und Diskussionsgrundlage zu skizzieren. 

 

Zeichnen gibt dir aber auch ein Gefühl für Form, Raum, Perspektive, Proportion und Komposition, ohne das du nie ein guter Gestalter wirst. Außerdem schult es das Sehen, Beobachten und Erkennen. Keine Angst, zeichnen können kann man lernen, mit ein wenig Talent ist es eine Übungssache, wie beim Lernen eines Musikinstrumentes. –

 

Gestaltungslehre.

 

Von einigen als Mal- und Bastelstunden geschmäht. Diejenigen, die das tun, wissen nicht worauf es beim Kommunikationsdesign ankommt: auf Wahrnehmung und Wirkung >Lecture 1 . Um die zu bekommen muss du dir etwas einfallen lassen, das heißt, du muss kreativ sein (können). Deshalb ist Gestaltungslehre eines der TOP ESSENTIALS für einen Gestalter = Designer.

 

Auch hier trainierst du Proportion und Komposition. Vor allem aber lernst du das, was in teuren Weiterbildungsseminaren 'Kreativitätstechniken' oder 'Design-Thinking' genannt wird. Du lernst wie ein Kreativer zu denken, nämlich quer, anders, neu.

 

Apropos, denke immer daran: bildende Kunst ist der Ursprung allen Designs. Unter der Anleitung von erfahrenen Künstlern, lernst nicht nur quer und damit kreativ zu denken, du lernst auch auszuprobieren und zu experimentieren, mit Form, Farbe, Material und Technik. 

 

Wenn du das, was du hier lernst, verinnerlichst und später– im Projektstudium oder im Berufsleben – geschickt mit den Anforderungen, Vorgaben und Zielen der praxisorientierten Aufgaben verknüpfst, bist du einer der besseren deines (kreativen) Fachs. –

 


Typografie & DTP. 

 

Der Datenträger der ersten medientechnischen Revolution, eng verbunden mit der Erfindung des Buchdrucks anno 1450 ist Typografie, die Gestaltung mit „Druckbuchstaben“, immer noch essenziell, das heißt LEBENSNOTWENDIG für eine/n Kommunikationsdesigner/in. 

 

Du solltest die Geschichte und Fachbegriffe kennen, die Regeln und die wichtigsten Programme (Photoshop, In-Design, Illustrator) im Schlaf beherrschen, Sicherheit in der Entwurfsgestaltung entwickeln. Und einen ersten Einblick in die Umwandlung von Entwürfen (Layouts) in reproduzierbare Vorlagen (früher Druckvorlagen genannt) bekommen. 

 

Außerdem solltest du die Tücken der digitalen typografischen Gestaltung beachten können. Ich ärgere mich zum Beispiel schon die ganze Zeit über die miesen Umbrüche in diesem Blog-Template, was wohl dem >responsiven Webdesign geschuldet ist. Leider kann ich nicht programmieren.–
 


Fotografie/Film.

 

Wir leben in einer Zeit in der Fotografie und Film allgegenwärtig sind. Beides existiert im Spannungsfeld Dokumentation und Kunst. 

Bilder sind – wie Schrift bzw. Buchstaben auch – wahrnehmbare Zeichen, deshalb ist die Kenntnis über Geschichte, Technik, Kreation und Gestaltung von Bildern, aber auch Wissen über das Zusammenspiel von Bild und Text für Kommunikationsdesigner eine sehr wichtige Grundlage. 

Hier kommen Aspekte wie Bildtechnik, Bildbearbeitung, aber auch Raum, Perspektive, Proportion und Komposition zum Tragen.

 

 

Text. 

 

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Trotzdem: Ein Bild benötigt oft Unterstützung, damit zum Ausdruck kommt, was mitgeteilt werden soll.

 

Außerdem: auch Konzepte und Präsentationen müssen geschrieben werden, deshalb solltest du texten lernen und du kannst es lernen, auch wenn es dir vielleicht am Anfang schwer fällt, weil du ein visueller Mensch bis.

 

Gute Gedanken und damit Ideen kommen vor allem beim Schreiben, mehr noch, wenn du schreibst ordnest du gleichzeitig deine Gedanken. Du versuchst das, was du mitteilen möchtest so klar und nachvollziehbar wie möglich zu formulieren, auf den Punkt zu bringen.

 

Du denkst über den Output nach, über das, was mitgeteilt werden und hängenbleiben soll.  Das ist bereits die „halbe“ Arbeit als Kommunikationsdesigner >Lecture 1.

 

Übrigens, wichtig zu wissen! Beim Texten geht es darum Dinge auf den Punkt zu bringen, einfach und nachvollziehbar zu beschreiben. Das ist etwas völlig anderes als 'wissenschaftliches Schreiben'. Bei dem es darum geht Forschungsfragen zu erarbeiten, Hypothesen zu plausibilisieren und Forschungsresultate für andere Wissenschaftler in akademischen Publikationen zu veröffentlichen. Kommunikationsdesigner hingegen, kommunizieren mit ihrer Arbeit manchmal auch, aber sehr selten ausschließlich mit Wissenschaftlern. –

 

 

Kunst- & (Kommunikations-) Designgeschichte.

 

Die Welt ändert sich permanent und immer schneller, warum brauche ich da noch den Blick zurück? Das ist eine berechtigte Frage.

 

Die Antwort darauf lautet, weil die Geschichte lehrt, dass nichts so bleiben wird wie es ist, dass du nicht stehenbleiben oder festhalten, sondern offen für Entwicklungen aller Art sein solltest, eine wichtige Voraussetzung um kreativ zu sein.

 

Kunst- und Designgeschichte bedeutet aus dem, was andere vor dir geleistet haben zu lernen. In Erinnerung zu bringen was geschehen ist und dies mit den Aufgaben, mit denen du heute konfrontiert bist in Beziehung setzen.

 

Kurz: Geschichte inspiriert dich, das heißt, sie lehrt dich Vergangenes mit Heutigem zu verknüpfen, um Neues zu gestalten.
 

 

Fehlt da nicht noch was?

 

Was ist mit den heute so wichtigen digitalen 'Skills'? Die Antwort lautet: vermeide 'Study-Overload'! Das bedeutet, eins nach dem anderen.

 

Typografie und DTP deckt zunächst wichtigen digitalen Fertig- und Fähigkeiten ab, auch in Illustration, Fotografie und Gestaltungslehre wirst du digitale Werkzeuge nutzen und lernen.

 

Nach dem Grundlagenstudium lernst du im Projektstudium – ab dem 3. Semester –praxisorientiert unterschiedliche Anwendungsbereiche kennen und selbstverständlich auch
die dafür notwendigen 'Digital Skills'.– 

 

Vielen Dank für deine Aufmerksamkeit.

 

© Prof. Richard Jung

 

 

 

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